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Viel Nachfrage, aber wenig Förderung für Bio-Produkte

Kinder bekommen von ihren Eltern oft besonders gesundes Pausenfrühstück mit auf den Schulweg. Doch trotz hohen Bedarfs und Konkurrenz im In- und Ausland fällt die Förderung von Ökoanbau in Brandenburg relativ gering aus.

Bio liegt bei vielen Berlinern und Brandenburgern im Trend. Besonders der Großraum Berlin bietet Brandenburger Öko-Bauern einen schier unersättlichen ...

Bio liegt bei vielen Berlinern und Brandenburgern im Trend. Besonders der Großraum Berlin bietet Brandenburger Öko-Bauern einen schier unersättlichen Absatzmarkt. Dennoch fördert das Land nach Ansicht des Leiters der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL), Michael Wimmer, die Bauern nur unzureichend. Wer auf Bio umrüsten will, finde zu wenig Beratung. So könne der Bedarf durch regionale Betriebe nicht gedeckt werden. Aus dem Potsdamer Agrarministerium heißt es dagegen, Öko-Bauern würden jährlich mit circa 17 Millionen Euro gefördert. Das mache rund 40 Prozent aller Zahlungen des Landes für Agrar- Umweltmaßnahmen aus.

Dass die Landesregierung die Öko-Bauern ab 2014 nach zwei Jahren Pause wieder finanziell fördern will, begrüßt Wimmer. Er drängt allerdings auf konkrete Angaben zur Förderhöhe. Die kann das Ministerium nach eigenen Angaben derzeit nicht machen, da die Finanzplanung der Europäischen Union noch ausstehe und davon der Agrarhaushalt abhänge. Eine Sprecherin von Bioland Ost bemängelte, obwohl Brandenburg mit rund 144.000 Hektar Ökolandfläche bundesweit an der Spitze liege, falle die Förderung durchs Land verhältnismäßig gering aus.

„Bio ist eine Sichtweise, die nicht jeder teilen muss“

Auch eine ausgewogene konventionelle Bewirtschaftung könne nachhaltig sein, sagt der Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes (LBV), Wolfgang Scherfke. „Bio ist eine Sichtweise, die nicht jeder teilen muss.“ Angesichts schwindender Gelder aus Brüssel stelle sich die Frage, ob eine höhere Förderung eines „Nischenproduktes“ sinnvoll sei. Den mit Abstand größten Teil der Landwirtschaft in Brandenburg machten immer noch die konventionellen Betriebe aus, hob Scherfke hervor.

Frische aus der Region sei der Wettbewerbsvorteil für Brandenburger Öko-Bauern, stellt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg (HBB) fest. „Dabei ist Regionalität oft noch wichtiger als Bio.“

Passend: Das Motto des heutigen Verbrauchertages lautet „Verbraucher haben die Wahl“.