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Tragödie für Familie

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Waschbär ertränkt Jagdhund im Schilf

Zora liebte ihre Hündin Juna. Im Frühjahr sollte sie zum ersten Mal Welpen bekommen.
Zora liebte ihre Hündin Juna. Im Frühjahr sollte sie zum ersten Mal Welpen bekommen.
privat

Vor Kurzem rettete Stefan Teschke einem Waschbärwelpen das Leben und brachte ihn zu einer Auffangstation. Nun verlor der Hobbyjäger auf tragische Weise seinen Terrier. Schuld daran war ein aggressiver Waschbär.

Juna vom Borkstedter Wald wurde von einem Waschbären getötet. Die vierjährige Foxterrier-Dame gehörte Stefan Teschke, der mit seiner Familie in Augustfelde lebt. Der 39-Jährige kann es immer noch nicht fassen, doch der ausgebildete Jagdhund hatte scheinbar keine Chance gegen den Waschbären. „Ich war mit unseren beiden Hunden im Revier.

Dort lasse ich sie frei laufen, während ich Holz fälle“, erzählt er. Terrier Juna und die neunjährige Weda, Deutsch Kurzhaar, hatten die Spur des Waschbären aufgenommen und waren ihm ins Schilf gefolgt. „Weda bellte, von Juna hörte ich nichts.“ Nach nicht einmal zehn Minuten war Stefan Teschke an der Unglücksstelle. Der Hobbyjäger tötete den Waschbär, um Weda zu schützen.

„Ich habe das Wasser abgesucht, doch Juna blieb verschwunden.“ Teschke wartete gut zwei Stunden, rief immer wieder nach dem Tier. Nichts. „Ich legte meine Jacke ab, sodass der Hund, wenn er zugekommen wäre, eine Verbindung zu mir gehabt hätte.“

Lebloser Körper im Wasser gefunden

In der Hoffnung, Juna dort anzutreffen, fuhr der Augustfelder am nächsten Morgen wieder an die Stelle. Doch der Platz neben der Jacke war leer. Stefan Teschke suchte noch einmal die Wasseroberfläche ab, watete durch das Schilf und fand den aufgequollenen Körper der Hündin auf dem Wasser treibend. „Die Wassertiefe betrug nur 50 Zentimeter. Doch das reichte schon, um Juna zu ertränken.“ Das Tier hatte eine große offene Wunde zwischen den Augen. „Bis zur Schädeldecke klaffte das Loch.“

Das Schlimmste für den Familienvater war, den schmerzlichen Verlust seiner zehnjährigen Tochter Zora zu erklären. „Sie ist praktisch mit Juna groß geworden.“ Viele Stunden hatte Stefan Teschke, der seit seinem 16.  Lebensjahr zur Jagd geht, mit der Hündin gearbeitet und sie auf die Jagdprüfungen vorbereitet. Sie war komplett ausgebildet, hatte alle Prüfungen erfolgreich bestanden. Dass sie einen Kampf gegen einen Waschbären nicht übersteht, hätte er nie geglaubt: „Juna war sehr vorsichtig, doch wenn sie angegriffen wurde, war sie nicht zimperlich. Schlägereien mit Sauen oder Waschbären gab es auch schon in der Vergangenheit.“

Waschbär kletterte Ivan auf den Kopf

Juna ist kein Einzelfall, wie Stefan Teschke bei einem Anruf beim Landesjagdverband erfuhr. Drei getötete Hunde wurden in in einer Woche gemeldet. Die Besitzer hoffen auf eine finanzielle Entschädigung. Zu diesen gehört auch Mirko Bogumil aus Fürstenwerder. Er hatte mit Ivan, ein stattlicher Westsibirischer Laika, der immerhin 24 Kilogramm auf die Waage brachte, für die Jagdhundeprüfung geübt. Ivan war einem Waschbären ins Schilf gefolgt.

„Der Waschbär schwamm 30 Meter voraus, mein Hund hinterher. Als beide 60 bis 90 Meter weit draußen waren, drehte der Waschbär um, schwamm auf den Hund zu, stieg ihm auf den Kopf und krallte und biss sich fest. Der Hund ging unter, kam noch einmal kurz hoch, japste und verschwand endgültig.” Ivan wurde nicht einmal ein Jahr alt.

Normalerweise überlebt der Waschbär einen Angriff nicht

„Wenn Hunde und Waschbären kämpfen, stirbt in 99,9 Prozent der Fälle der Waschbär”, so Biologe Dr. Frank-Uwe Michler von der Gesellschaft für Wildökologie und Naturschutz in Eberswalde, der jahrelang die Waschbären im Müritz-Nationalpark erforscht hat.

„Das ist schon Ironie des Schicksals. Erst kürzlich habe ich einen 14 Tage alten Waschbär zu einer Prenzlauer Auffangstation gebracht. Dort ist er jetzt ein Star“, so Stefan Teschke. Nun hofft der 39-Jährige, dass nach dem Tod von Juna bald ein neuer Hund für Tochter Zora gefunden wird. „Heute werden wir uns einen Welpen anschauen. Einen Deutsch Drahthaar.“

Kommentare (2)

Was auch immer Waschbaren sind, eines sind Waschbären nicht, wenn Sie von Hunden gejagt werden: aggressiv. In Todesangst wehren sie sich. Die meisten Waschbaren gehen bei der Jagd durch Hunde drauf. Wenige Waschbären sind evolutionäre Ausnahmen. In 200 Jahren wird es keinem Hund erlaubt sein, Waschbaren im Wasser zu verfolgen. Oder die Hunde lernen dazu.

Wir haben den Artikel extra wegen unserer Katze aus Angst vor Waschbären rausgesucht. Die würde allerdings sicher nicht Waschbären ins Wasser verfolgen und dort jagen. Jetzt beunruhigen uns eher frei laufende Jagdhunde.