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Weltrekordler Biedermann muss in sauren Apfel beißen

Paul Biedermann legt eine Pause ein. [KT_CREDIT] FOTO: Michael Kappeler

VonThomas LipinskiDer deutsche Schwimmstar nimmt jetzt dieHeim-WM 2014in Berlin ins Visier.Dillenburg.Paul Biedermann schrieb fleißig Autogramme, lächelte ...

VonThomas Lipinski

Der deutsche Schwimmstar nimmt jetzt die
Heim-WM 2014
in Berlin ins Visier.

Dillenburg.Paul Biedermann schrieb fleißig Autogramme, lächelte in die Kameras und gab den Nachwuchsschwimmern Tipps. Nur selbst ins Wasser ging der Weltrekordler nicht. „Die Enttäuschung ist schon groß“, sagte der Doppel-Weltmeister von 2009 nach seiner WM-Absage: „Jetzt muss ich einfach in den sauren Apfel beißen, muss trainieren und das Beste daraus machen.“
Beim Oranier-Schwimmfest im hessischen Dillenburg, wo er eigentlich in die Langbahnsaison starten wollte, musste sich der 26-Jährige mit der Zuschauerrolle begnügen – so wie es auch bei der DM in Berlin und bei den Weltmeisterschaften in Barcelona sein wird. Eine zweimonatige Trainingspause nach einem verschleppten Infekt zwang den Olympiafünften zum Saison-Aus. „Schwimmen ist mein Leben“, sagte Biedermann: „Ich bin seit 2004 bei allen Höhepunkten dabei gewesen. In diesem Sommer nicht am Start sein zu können, ärgert mich. Aber Gesundheit ist jetzt für mich das Wichtigste.“
Als er am Wochenende in Dillenburg das Juniorteam seines Sponsors (DVAG) mit dem einen oder anderen Tipp unterstützte, gab er sich kurz nach seiner WM-Absage schon wieder kämpferisch. „Ich habe in den letzten Tagen den Spruch gehört: Man muss immer einmal mehr aufstehen, als man hinfällt“, sagte Biedermann und blickte nach vorne: „Ich merke, dass ich eine Motivation habe. Das zeigt mir, dass ich das Schwimmen sehr liebe und bis 2016 weiterschwimmen möchte. Ich weiß: Da ist noch was.“ Als neues Ziel hat sich der deutsche Schwimmstar die Heim-EM 2014 in Berlin gesetzt, „das ist für mich ein riesiger Ansporn“.
Ins Wettkampfbecken zurückkehren will er im Herbst zur Kurzbahnsaison mit der EM in Dänemark als Höhepunkt. Der neue Chef-Bundestrainer Henning Lambertz hatte nach Biedermanns Absage leichte Kritik geübt. „Vielleicht hätte er sich ja für die WM qualifiziert, dann hätte er noch viel Zeit für einen neuen Trainingsaufbau gehabt“, sagte Lambert. „Man hätte es sicher versuchen können, aber es hätte nicht meinen Ansprüchen entsprochen“, entgegnete Biedermann.