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Wenn der Flieger nicht fliegt: Das müssen Sie wissen!

Stundenlanges Warten ist bei verschobenen oder ausgefallenen Flügen nicht das einzige Problem.  FOTO: Malte Christians

VonMichael ZehenderFallen Flüge aus oder werden verschoben, haben die Passagiere Anspruch auf Verpflegung, meist in Form von Gutscheinen. Aber man muss ...

VonMichael Zehender

Fallen Flüge aus oder werden verschoben, haben die Passagiere Anspruch auf Verpflegung, meist in Form von Gutscheinen. Aber man muss hartnäckig sein.

Stuttgart.Auf dem Papier haben Passagiere Rechte und Ansprüche, wenn der Flug etwa wegen eines Streiks nicht abhebt oder sich längere Zeit verspätet – aber was tun, wenn die nicht erfüllt werden? Nur nicht klein beigeben, sagte Dunja Richter von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Nach der EU-Verordnung 261/2004 gehen Fluggäste nicht leer aus, wenn sie am Flughafen stranden – wie derzeit durch den Streik der Lufthansa.
Üblicherweise verteilen die Fluggesellschaften Verzehrgutscheine. Bei einer Verspätung von drei Stunden sollte es immerhin ein Gutschein über zehn Euro pro Person sein. Passiert trotz längerer Wartezeit nichts, können Passagiere nicht sofort auf eigene Faust zum Schnellrestaurant pilgern und darauf hoffen, die Kosten später erstattet zu bekommen. Stattdessen sollten sie sich einen Ansprechpartner der Airline im Terminal oder direkt am Schalter suchen, sagte Dunja Richter. „Da sollte man sich auf keinen Fall abwimmeln lassen.“

Notizen machen,
Namen merken
Stellen sich die Mitarbeiter quer oder sagen, dass sie nicht zuständig seien, rät Richter, sich Notizen für spätere Beschwerden zu machen. Den Namen der Angestellten, Uhrzeit und Datum sollten sich die Passagiere notieren und sich am besten unterschreiben lassen, dass der Gesprächspartner sich für nicht zuständig erklärt. Das erfordere aber schon ein wenig Mumm, sagt die Expertin. Meist wartet man am Flughafen ja nicht alleine – viele andere Passagiere sind ebenfalls von den Streiks betroffen. In der Gruppe hat man ein anderes Auftreten als alleine – und außerdem gleich ein paar Zeugen an der Hand, wenn es zu Streit kommt. Selbst wenn keine Leidensgenossen in der Nähe sind, sollte man sich bei ernsten Diskussionen einen Zeugen suchen.
Wenn von der Airline partout keine Gutscheine zu bekommen sind, aber der Hunger groß wird, muss man sich doch auf eigene Faust auf Nahrungssuche begeben und die Quittungen aufheben. Die könne man dann später – am besten mit seinen Gesprächsnotizen und gegebenenfalls Zeugen – bei der Airline einreichen. Aber so weit dürfe es normalerweise gar nicht erst kommen.
Können Passagiere erst am kommenden Tag oder noch später weiterfliegen, müssen Airlines sich um eine Übernachtungsmöglichkeit kümmern. Dabei reicht laut Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg eine Pritsche im Terminal nicht aus. Es müsse aber auch kein Fünf-Sterne-Haus sein. Auch den Transport vom Flughafen zum Hotel und zurück muss die Airline zahlen. Es gibt zudem keine Obergrenze, wie viele Nächte sie höchstens finanzieren muss.