Feuerwehr in Sorge
Wenn’s brennt, fehlt auf dem Dorf Löschwasser

So wie der Goldenbaumer Weg in Carpin sind andernorts auch ganze Straßenzüge ohne Löschwasserversorgung.
So wie der Goldenbaumer Weg in Carpin sind andernorts auch ganze Straßenzüge ohne Löschwasserversorgung.
Heike Sommer

Dass es bei so vielen Seen vor der Tür im Ernstfall nicht genügend Wasser zum Feuerlöschen geben könnte, mag man gar nicht glauben. Ist aber Realität. Die Wehren im Amt Neustrelitz Land machen immer wieder auf dieses Problem aufmerksam.

Im Amtsbereich Neustrelitz Land gibt es Probleme mit der Löschwasserversorgung. Ganze Straßenzüge sind mancherorts nicht versorgt. Genau darauf hat Amtswehrführer Enrico Kollhof kürzlich die Bürgermeister aufmerksam gemacht. Im Amtsausschuss zeigte Kollhof Luftaufnahmen mit blauen Kreisen und machte deutlich, wo Löschwasserquellen fehlen. „Und auch dort, wo blaue Kreise signalisieren, dass wir Löschwasser zur Verfügung haben, können die Kameraden nicht sicher sein“, sagt er und führt das Beispiel Wohnhausbrand Adamsdorf an. „Der Löschteich war verkrautet, wir mussten letztlich Wasser aus einem privaten Teich ziehen“. Den Plan B haben die Kameraden immer im Hinterkopf: „Wir können längere Schläuche legen, aber das kostet Zeit und auch viel Kraft“, sagt er.

Die blauen Kreise auf den Luftbildern signalisieren: Hier ist alles in Ordnung. Sie markieren einen 300-Meter-Radius um eine Löschwasserquelle. Kollhof hat von jeder Gemeinde im Amt Neustrelitz Land solche Aufnahmen. Er wünschte sich mehr blaue Kreise. Denn: „Nur dort kann die Feuerwehr Löschwasser beziehen. Sei es aus einer Zisterne, aus einem Löschwasserteich oder aus einem Hydranten“.

Klare Vorschriften

Die gesetzliche Vorschriften sind klar: Die Gemeinden müssen sicherstellen, dass eine Löschwasserquelle nicht weiter als 300 Meter von bebauten Flächen entfernt ist. Aus diesen Quellen müssen pro Stunden wenigstens 48 Kubikmeter Wasser sprudeln – und das mindestens über die Dauer von zwei Stunden. „Es gibt so gut wie keine Gemeinde im Amtsbereich, die diesbezüglich ihre Hausaufgaben vollständig gemacht hat“, kritisiert Enrico Kollhof.