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Williams und Nadal als Sand-„Könige“

Serena Williams empfängt die Siegertrophäe. [KT_CREDIT] FOTO: CHRISTOPHE KARABA

VonRobert SemmlerDer Spanier gewinnt in Paris seinen achten Titel, Serena Williams kehrt nach elf Jahren Abstinenz auf den Tennis-Thron in Roland Garros ...

VonRobert Semmler

Der Spanier gewinnt in Paris seinen achten Titel, Serena Williams kehrt nach elf Jahren Abstinenz auf den Tennis-Thron in Roland Garros zurück.

Paris.Rafael Nadal und Serena Williams haben gemeinsam ein bedeutendes Kapitel Tennis-Geschichte in den roten Sand von Roland Garros geschrieben. Der Sandplatzkönig aus Spanien krönte mit seinem historischen achten Titel bei den French Open sein Comeback nach siebenmonatiger Verletzungspause, Williams eroberte den Thron beim wichtigsten Sandplatzturnier der Welt nach elfjähriger Abstinenz zurück. Die 31-Jährige entthronte Titelverteidigerin Maria Scharapowa mit 6:4, 6:4 und holte ihren 16. Grand-Slam-Titel.
Im vierten spanischen Finale der Paris-Geschichte vor den Augen des Kronprinzen Felipe bezwang Nadal seinen Landsmann David Ferrer im Nieselregen nach 2:16 Stunden 6:3, 6:2, 6:3 und schaffte damit Einzigartiges: Nie zuvor hatte ein Tennisspieler achtmal bei einem der vier Major-Turniere gewonnen.
„Das ist ein besonderer Tag für mich. Ich danke allen, die mich in dieser schweren Zeit unterstützt haben. Das waren harte Tage für mich. Ich habe noch nicht einmal davon geträumt, hier achtmal zu gewinnen“, sagte ein sichtlich bewegter Nadal, der endgültig einen Schlussstrich unter seine Leidenszeit zog, die vor gut einem Jahr nach seinem siebten Titel bei den French Open begonnen hatte. Schon bei seinem Finaltriumph 2012 über Novak Djokovic hatten sich die Vorboten seiner Knieverletzung bemerkbar gemacht. 222 Tage musste Nadal nach seinem Zweitrundenaus in Wimbledon aussetzen und sich die Olympischen Spiele in London, die US Open und auch die Australian Open vor dem heimischen Fernseher auf Mallorca anschauen. „Das war die härteste Aufgabe bisher“, gab der 27-Jährige in Paris zu.
Am Tag zuvor hatte auch Serena Williams auf dem Sandplatz gelegen, überwältigt von ihrer Reise, die ein Jahr zuvor mit dem überraschenden Erstrundenaus an gleicher Stelle begonnen hatte. In Patrick Mouratoglous Akademie vor den Toren der Stadt trainierte sich Williams anschließend ihren Frust von der Seele, dort sollen sich der Coach und die Spielerin auch privat nähergekommen sein.
Seit diesem Tag hat Williams 77 Spiele auf der Tour gewonnen – und nur noch dreimal verloren. „Ich habe immer gesagt: Ein Champion definiert sich nicht über die Zahl seiner Siege. Es geht nur darum, wie man mit seinen Tiefpunkten umgeht – egal ob Verletzungen oder Niederlagen“, sagte Williams. Sie selbst ist stets stärker denn je zurückgekommen – ebenso wie Nadal.