PROTESTE VON TIERSCHÜTZERN

Müritzer Bärin Luna wird nicht mehr orakeln

Bärin Luna sagte zwar voraus, womit keiner gerechnet hatte – ein Tor für Mexiko im WM-Spiel gegen Deutschland. Was allerdings auch niemand voraussah: Bärin Luna wird kein weiteres Orakel abgeben.
Petra Konermann Petra Konermann
Noch in der Vorrunde ausgeschieden: Für Luna vom Bärenwald Müritz hat es sich zu Ende orakelt. Aber nicht, weil sie mit ihrem Tipp für das Spiel gegen Mexiko am Ende daneben lag, sondern weil Tierschützer die Aktion kritisch sehen.  Foto: Petra Konermann
Noch in der Vorrunde ausgeschieden: Für Luna vom Bärenwald Müritz hat es sich zu Ende orakelt. Aber nicht, weil sie mit ihrem Tipp für das Spiel gegen Mexiko am Ende daneben lag, sondern weil Tierschützer die Aktion kritisch sehen. Petra Konermann
Stuer.

Wenn das mal kein schlechtes Omen ist: Bärin Luna, die eigentlich als WM-Orakel des Nordkurier angetreten ist, muss nun nach nur einem einzigen Einsatz in der Vorrunde die Segel streichen. Der Bärenwald Müritz hat kurzfristig die Beteiligung der Bärin als Orakel zurückgezogen – auf Druck von Tierschützern, wie es am Dienstag dazu aus dem Bärenwald hieß.

Betriebsleiterin Winnie Rösner erklärte, dass „einige unserer Unterstützer sich in Sorge gemeldet haben, dass mit dem Fußball-Orakel von Bärin Luna indirekt die Weltmeisterschaft in Russland – und damit das Massentöten von streunenden Hunden dort – unterstützen werde. „Diesen Eindruck wollen wir auf keinen Fall erwecken“, sagte Winnie Rösner.

Man nimmt die Sorgen der Unterstützer ernst

Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“, die Trägerin des Bärenwaldes Müritz ist, setze sich weltweit für die nachhaltige und humane Behandlung von Streunertieren ein, betonte die Betriebsleiterin. Der Fußballsport und die aktuelle WM sei allerdings nicht die Grund für diese grausamen Praktiken, wie man sie unter anderem in Russland erlebe. Auch in Zeiten, in denen nicht der internationale Fokus auf dem Land liege, werden dort streunende Hunde gefangen und getötet, machte sie deutlich. Aber: „Natürlich nehmen wir trotzdem die Sorgen unserer Unterstützer ernst“, betonte Winnie Rösner.

Hinzu komme, dass derzeit ein Video im Netz für Entsetzen sorge und damit indirekt das WM-Orakel von Bärin Luna in ein falsches Licht gerückt werden könnte. „Das sind tatsächlich schockierende Szenen: Ein Braunbär musste während einer Parade bei der Eröffnung der Fußballweltmeisterschaft in Russland auf dem Rücksitz eines Jeeps sitzen und die Vuvuzela spielen. Es handelt sich um denselben Bären, der im April 2018 bei einem Fußballspiel in Russland dazu gezwungen wurde, für die Zuschauer zu klatschen. ,Vier Pfoten‘ ist entsetzt über diese Tierquälerei. Die psychischen und physischen Schäden, die ein sensibles Wildtier wie ein Braunbär durch Auftritte in solch‘ chaotischen und lauten Stresssituationen davon trägt, sind mit Sicherheit immens“, schilderte die Bärenwald-Betriebsleiterin diesen aktuellen Fall.

Wollen nicht die Tierquälerei in Russland bewerben

Sie betonte, dass man sich im Bärenwald sehr über die Anfrage des Nordkurier gefreut habe, Luna als Bären-Orakel in den Mittelpunkt zu rücken. „Besonders, da den Lesern das Schicksal der Bärin nahe gebracht werden sollte“, sagte Winnie Rösner. Sie machte deutlich, dass Luna bei ihrem ersten und nun auch einzigen Orakel keiner Stresssituation ausgesetzt wurde. Die Bärin habe sich lediglich zwischen zwei mit Futter gefüllten Boxen entscheiden müssen.

„Dennoch möchten wir mit unserem bärigen WM-Orakel in diesem Zusammenhang auf keinen Fall die Tierquälerei im Rahmen der WM in Russland bewerben“, erklärte sie das Aus für Bärin Luna als WM-Orakel.

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