Wo die „Weiße Rose“ im Mittelpunkt steht

Anregende Gespräche gab es zu Eröffnung der Ausstellung „Der Traum von einem anderen Deutschland“ in Eggesin. Die Schau ist bis zum 24. Mai von jeweils 9 bis 12 Uhr zu besichtigen.

Ueckermünde/Pasewalk.Die Ausstellung „Der Traum von einem anderen Deutschland“ in der Aula der Regionalen Schule in Eggesin ist noch bis zum 24. Mai von ...

Ueckermünde/Pasewalk.Die Ausstellung „Der Traum von einem anderen Deutschland“ in der Aula der Regionalen Schule in Eggesin ist noch bis zum 24. Mai von montags bis freitags jeweils von 9 bis 12 Uhr geöffnet, teilt der Verein Tachelesmit. Es ist bereits die achte Ausstellung, die der Verein in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und dem Antikriegsmuseum der Evangelischen Friedensbibliothek Berlin/Brandenburg in der Region präsentiert.
Die Ausstellung beschreibt die Zeit vor und während der Nazidiktatur. Welche Bedingungen führten zum Erstarken des Nationalsozialismus? Welches unermessliche Leid brachte Nazideutschland über die Menschen? Auf diese Fragen gibt die Ausstellung eine Antwort. Teil der Ausstellung sind auch Berichte über mutige Widerstandskämpfer wie Hans und Sophie Scholl und ihre Freunde aus der
Widerstandsgruppe „Weiße Rose“.
Ganz offensichtlich sind die Parallelen zwischen heute und damals, sagte die Vereinsvorsitzende Irina Rimkus während der Eröffnung. Deshalb erinnert der Verein auch immer wieder an die Vergangenheit. So sei auch heute die Arbeitslosigkeit hoch und die soziale Situation mehr als angespannt. Dort, wo Wirtschaftsinteressen Kriege begründen und zugunsten der Rüstungsindustrie Politik gemacht werde, gehe das zu
Lasten von Bildung, Kinder –und Jugendarbeit. Hier sei der Nährboden für Rechtsextremismus gewiss, betonte sie. Heute wie damals hetzen Nazis gegen Ausländer wie
aktuell gegen den Zuzug
von Asylbewerbern in die Stadt Eggesin, so Irina Rimkus.
Dabei würden Unsicherheit und Unwissen in Teilen der Bevölkerung gezielt für eigene Zwecke missbraucht, ergänzte sie. Es brauche vor allem viel Aufklärung im Vorfeld, macht der Verein deutlich. Dieser bezieht sich auf eine aktuelle Untersuchung der Universität Leipzig, in der es heißt, konkrete Erfahrungen im Umgang mit Asylbewerbern würden stereotype Urteile eher brechen lassen, denn fremdenfeindliche Einstellungen seien vor allem dort zu finden, wo ein Zusammenleben mit Ausländern nicht oder nur gering vorhanden ist.
Schulleiter Friedrich-Wilhelm Pott brachte es in seiner Eröffnungsrede auf den Punkt. Den anwesenden Schülern sagte er: „Wir müssen lernen, zuzuhören und über unsere Gefühle zu lernen“. Ausgrenzung und menschenfeindliche Parolen dürften keinen Platz finden in unserer Gesellschaft.
Der Landtagsabgeordnete Torsten Koplin, selbst Tacheles-Mitglied, sprach über mögliche Lehren der Ausstellung. So sei es wichtig, seinen Idealen und seinem Gewissen zu folgen und nicht auf das Handeln anderer zu warten, wenn es um Frieden und Gerechtigkeit gehe. Vorrangig müsse Menschenverachtung konsequent abgelehnt und mit Aufklärung begegnet werden. Die Nazi-Ideologie würde vor allem darauf beruhen, in wertes und unwertes Leben einzuteilen, sagte er, dieses stelle die Würde des Menschen grundsätzlich infrage. Bezogen auf die aktuelle Situation in Eggesin fügte er hinzu, Nazis würden vor allem Ängste schüren und müssen entlarvt werden.nk

Der Verein bietet Ausstellungen in Schulen und Einrichtungen an. Bei Interesse und Nachfragen bitte wenden an: 03977153940 oder
www.tacheles-uer.de.