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Zeitzeugen vom Volksaufstand 1953 im Nordosten gesucht

Schwerin.Einen Monat vor dem 60. Jahrestag des DDR- Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 hat der NDR ein Geschichtsprojekt dazu gestartet. Noch bis Freitag sind ...

Schwerin.Einen Monat vor dem 60. Jahrestag des DDR- Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 hat der NDR ein Geschichtsprojekt dazu gestartet. Noch bis Freitag sind Reporter des Senders im Land unterwegs, um gemeinsam mit Schülern aus den jeweiligen Regionen Zeitzeugen zu ihren Erinnerungen zu
befragen. „Mit der Zeit wird es schwieriger, jemanden zu finden, der aus eigenem Erleben über die Ereignisse berichten kann.
Die ersten Interviews zeigen aber, dass die Menschen im hohen Alter bereitwillig und offen erzählen“, sagte Landesfunkhaus-Direktorin Elke Haferburg am Dienstag in Schwerin. Erste Station der einwöchigen Tour mit einem zum Tonstudio umgebauten Bauwagen war am Sonntag Dassow in Nordwestmecklenburg, es folgen noch
Rostock, Teterow und Neubrandenburg.
Die Werften in Rostock galten 1953 als Zentren der Proteste gegen Normerhöhungen und staatliche Willkür im Norden, in Teterow gab es Demonstrationen für die Freilassung politischer Häftlinge. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) begrüßte das Projekt als „Bereicherung des Schulalltags“. Es sei ein Unterschied, „ob ich ein Geschichtsbuch durcharbeite, oder ob mir Zeitzeugen aus meinem direkten Lebensumfeld Geschichte lebendig vermitteln“, sagte er.
Wie kaum ein anderes Datum stehe der 17. Juni zudem für den Drang nach Demokratie und Freiheit. Die Teilnehmer des Aufstandes in vielen Orten der DDR seien nicht für ihre individuellen Interessen auf die Straße gegangen, sie hätten grundlegende gesellschaftliche Veränderungen gefordert und sich dabei auch Gefahren ausgesetzt. „Solche Themen gehören in die Schule, weil sie auch etwas über Zivilcourage aussagen.“