Der Zirkus Orandi hat den Winter in Stavenhagen verbracht, weil mitten in ihrer Tournee der Corona-Lockdown kam. Jetzt wollen
Der Zirkus Orandi hat den Winter in Stavenhagen verbracht, weil mitten in ihrer Tournee der Corona-Lockdown kam. Jetzt wollen sich die Zirkusleute für die Gastfreundschaft bei den Stavenhagenern bedanken. Kirsten Gehrke
Die 24-jährige Jasmin Ortmann will die Stavenhagener mit ihrer Akrobatik am Ring-Trapez verzaubern.
Die 24-jährige Jasmin Ortmann will die Stavenhagener mit ihrer Akrobatik am Ring-Trapez verzaubern. Kirsten Gehrke
Das Zelt ist wieder aufgebaut auf dem Platz am Ivenacker Tor in Stavenhagen, wo der Zirkus Orandi den Winter verbracht hat.
Das Zelt ist wieder aufgebaut auf dem Platz am Ivenacker Tor in Stavenhagen, wo der Zirkus Orandi den Winter verbracht hat. Kirsten Gehrke
Hilfe im Corona-Winter

Zirkus „Orandi“ dankt mit Gratis-Vorstellung für Spenden

Mit dem Lockdown war eine Zirkusfamilie in Not geraten und durfte über Winter in Stavenhagen bleiben. Nun will sich „Orandi” mit vier Vorstellungen verabschieden.
Stavenhagen

Wer täglich die B 104 durch Stavenhagen fährt, hat sich an das Bild gewöhnt – am Ivenacker Tor stehen seit Wochen Zirkuswagen. Doch bevor „Orandi“ die Reuterstadt verlässt, verabschieden sich die Zirkusleute noch mit ihrer Kunst in der Manege. „Eigentlich sind wir jetzt auch ein bisschen traurig, dass wir weiterziehen“, gibt Jonny Ortmann zu. Die Stadt sei ihnen ans Herz gewachsen. Doch seien sie nun auch froh, dass sie endlich wieder auftreten können. Und das wollen sie als erstes in der Reuterstadt tun und sich damit für die Gastfreundschaft bedanken. „Gott sei Dank, dass wir so früh starten dürfen“, sagt Ortmann mit einem Lächeln. Von März bis November wollen sie auf Tour durch 35 Städte gehen.

Wegen Corona In Stavenhagen gestrandet

Im November war der Zirkus in Stavenhagen gestrandet, musste seine Vorstellungen wegen schärferer Corona-Maßnahmen Anfang Dezember absagen und das Zelt wieder abbauen. Die Familie verbrachte den Winter in der Reuterstadt. „Es war sehr schön hier“, sagt Jonny Ortmann. Sie seien hier willkommen gewesen. Ob Bürgermeister, die Landwirte der Region, die Menschen hier, so viele hätten ihnen geholfen, als das Futter für die Tiere knapp wurde, als sie in Not waren. „Die Leute haben uns wirklich richtig gut aufgenommen.“ So eine schwere Krise wie in den beiden Corona-Jahren hat die Zirkusfamilie noch nie erlebt. Sie führen den Zirkus in der8. Generation. 1726 war er in Berlin einst gegründet worden. Die Ortmanns haben Zirkusgeschichte geschrieben. „Es liegt uns im Blut, wir brauchen die Manege.“ Im ersten Corona-Jahr 2020 waren sie gar nicht gereist, nur im Winterquartier bei Röbel gewesen. 2021 ging es erst im Juli los, nach fünf Monaten war im November wieder Schluss, als sie gerade in Stavenhagen das Zelt aufgebaut hatten. Eine harte Zeit.

Freier Eintritt für alle Spender am Donnerstag

Doch seit einer Woche trainieren sie wieder. Das kleine Zelt ist wieder aufgebaut. Sie proben ihre Programm-Nummern. Sie müssen die Muskeln wieder weich machen, wie die Artisten sagen. „An den ersten Tagen tat es richtig weh“, meint Trapez-Künstlerin Jasmin Ortmann. Der Muskelkater sei inzwischen aber weg. Jetzt freuen sie sich einfach nur darauf, wieder vor Publikum ihre Kunststücke zeigen zu dürfen. Von Donnerstag, 17. Februar, bis Sonntag, 20. Februar, jeweils 16 Uhr, werden sie am Ivenacker Tor in der Manege stehen. Alle, die in den letzten Wochen den Zirkus unterstützt haben, alle Spender haben am Donnerstag freien Eintritt. „Als Dankeschön.“ Damit wollen die Zirkusleute der Stadt etwas zurückgeben. Am Sonntag profitieren vom Rabatt alle Papas, die gratis in die Vorstellung kommen. Ein zweistündiges Programm mit Jonglage, Artistik, Tierdressuren hat die Zirkusfamilie vorbereitet.

Die Vorstellung beginnt mit Tierdressuren

Jonny Ortmanns Schwiegertochter Jasmin (24) will die Stavenhagener am Ring-Trapez verzaubern, Sohn Sandro (18) lässt als Jongleur die Teller tanzen, Sohn Marcel (27) balanciert auf der Rolarola, einem Brett auf einer Rolle. Schwiegersohn Maik Fischer und sein Zwillingsbruder Markus sind die lustigen Spaßmacher, die Clowns in der Manege, die das Publikum zum Lachen bringen wollen. Und Ortmann Senior selbst übernimmt die Pferdedressur. Sobald die Musik spielt, der Spot angeht, das Zelt in buntem Licht gehüllt ist, seien sie in ihrem Element. „Wir sind schon gespannt auf die Stavenhagener“, sagt Ortmann. Aufgeregter als sonst seien sie nicht. Sie seien immer aufgeregt, vor jeder Vorstellung, denn überall sei das Publikum anders. „Aber bis zur dritten Nummer haben wir die Zuschauer immer auf unserer Seite“, sagt Jonny Ortmann. Mit Nervenkitzel, rasant und mit Schwung gehe jedes Programm los. „Wir starten immer mit den Tieren“, verrät er. Pferde, Lamas, Ziegen, Rinder, Esel kommen als erstes in die Manege.

Eigentlich würde ihr Zelt 500 Leute fassen, aber um Abstand zu halten wegen Corona, dürfen nur 150 Plätze belegt werden. Von Stavenhagen zieht „Orandi“ dann nach Teterow, der ersten Station ihrer diesjährigen Tour. Dort werden die Zirkusleute vom 3. bis 6. März gastieren.

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