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Zu wenige Familien in Brandenburg wollen ein Pflegekind

Eltern spielen mit ihrem Pflegekind. In Brandenburg ist das noch zu selten der Fall.

Zu wenige Familien in Brandenburg wollen Pflegekinder bei sich wohnen lassen. „Wir finden nicht für alle Kinder, die aus ihren Ursprungsfamilien ...

Zu wenige Familien in Brandenburg wollen Pflegekinder bei sich wohnen lassen. „Wir finden nicht für alle Kinder, die aus ihren Ursprungsfamilien herausgenommen werden, eine passende Pflegefamilie“, sagt Elke Wagner. Sie ist beim Landesjugendamt Brandenburg in Bernau für die Pflegekinderhilfe zuständig. Immer wieder müssten Kinder in Heimen oder Wohngruppen untergebracht werden, obwohl das Amt für sie eigentlich eine Pflegefamilie für die bessere Wahl halte. Das betreffe gerade Babys und Kleinkinder unter vier Jahren.

Laut den letzten Zahlen der Jugendhilfestatistik aus dem Jahr 2011 waren 1875 Minderjährige in Brandenburg in Pflegefamilien untergebracht. 2788 Kinder und Jugendliche lebten in betreuten Wohneinrichtungen. Tendenz steigend. „Dass Pflegefamilien gebraucht werden, liegt auch daran, dass die Sensibilität für Kindeswohlgefährdungen zugenommen hat“, meint der Vorsitzende des Kinderschutzbunds Brandenburg, Fritz-Rudolf Holaschke. So gebe es nicht notwendigerweise weniger Pflegefamilien, sondern es würden mehr Kinder – teils für einen begrenzten Zeitraum – aus ihren Familien genommen.

Besonders kleinen Kindern geht es in Familien oft besser

Gewalt, Missbrauch oder Vernachlässigung sind nach Angaben des Kinderschutzbunds häufige Gründe dafür, dass Kinder nicht in ihren Familien wohnen. Aber auch eine Krankheit der Eltern, Drogenabhängigkeit oder massive Probleme etwa nach einer Scheidung können Ursachen sein.

Manchmal entscheiden dann auch die Kinder selbst, dass sie woanders leben möchten. „Wo ein Kind dann am besten aufgehoben ist, muss immer von Fall zu Fall entschieden werden“, sagt Holaschke. Besonders kleinen Kindern gehe es in Familien-Verhältnissen meist besser, weil sie dort feste Bezugspersonen haben. In der Uckermark werden Pflegefamilien - insbesondere für die Unterbringung von kleinen Kindern – gesucht. Zwar steige die Zahl der Familien seit 2008 kontinuierlich, aber mindestens ebenso viel mehr Pflegekinder gebe es, sagt Ramona Fischer von der Kreisverwaltung Uckermark.

Während es in der Nähe von Potsdam oder Berlin mehr Pflegefamilien gebe, seien es in kleinen Städten und auf dem Land wesentlich weniger, ergänzt Bodo Rudolph, Fachdienstleiter für Kinder, Jugend und Familie im Kreis Potsdam-Mittelmark.