Wie aus fadem Haferschleim leckerer Porridge wird

Für den Bratapfel-Porridge wird kurz bevor der Brei fertig ist, ein Apfel hinzu geraspelt und mit viel Zimt und gehackten Nüssen abgerundet.
Porridge

Wie aus fadem Haferschleim leckerer Porridge wird

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18. April 2019

Haferbrei galt lange als absolutes Albtraum-Frühstück. Mittlerweile hat er unter dem Namen Porridge ein neues Image. Zu Recht, denn das Frühstück ist vielseitiger als jedes Käsebrot.


Ein fader, matschiger Brei, den man nur mit Mühe runterbekommt – diese Erinnerung taucht in vielen Köpfen auf, wenn das Wort Haferschleim fällt. Mittlerweile hat Haferbrei einen ganz anderen Ruf: Unter der Bezeichnung Porridge ist er angesagt, lecker und hübsch anzusehen. Wie konnte es dazu kommen?

„Ich kann mir vorstellen, dass vor allem die sozialen Medien dazu beigetragen haben, dass Haferbrei so beliebt geworden ist“, sagt Larissa Häsler, Ernährungswissenschaftlerin aus dem ober-bayerischen Rohrbach. Auf der Foto-Plattform Instagram präsentieren Tausende ihre kunstvoll dekorierten Schüsseln mit Porridge – ein bunter Gegenentwurf zum faden Haferschleim.

Haferschleim sorgt für starke Nägel und Haare

Doch Porridge kann mehr als nur gut aussehen. Der warme Haferbrei ist ein richtig guter Start in den Tag, findet Kerstin Niehoff, Food-Fotografin und Kochbuchautorin in Münster. „Er ist ein gemütliches, wärmendes Frühstück, das den Magen nicht überlastet.“ Die komplexen Kohlenhydrate, die in den Haferflocken stecken, halten lange satt. Die Flocken sind eine gute Proteinquelle, da sie pro 100 Gramm etwa 10 Gramm Eiweiß enthalten. „Zudem stecken in Haferflocken B-Vitamine, die gut für die Nerven und den Energiestoffwechsel sind, und Biotin. Das wird auch als Schönheitsvitamin bezeichnet und sorgt für starke Nägel und Haare“, sagt Ernährungsexpertin Inga Pfannebecker.

Die Zubereitung von Haferbrei ist simpel: Haferflocken in Flüssigkeit quellen lassen, aufkochen, verfeinern – fertig. Wichtig ist ein gutes Mengenverhältnis zwischen Flüssigkeit und Flocken. Larissa Häsler rät dazu, pro Person eine halbe Tasse Getreideflocken und eine bis anderthalb Tassen Flüssigkeit zu verwenden. Sind beide Grundzutaten im Topf, ist etwas Geduld angesagt: „Man sollte den Brei nicht zu schnell aufkochen, da die Haferflocken einige Minuten brauchen, um aufzuquellen“, sagt Häsler. Ist der Brei zu zäh, hilft ein Schuss Wasser oder Milch.

Zart, kernig oder geröstet je nach Geschmack

Sowohl bei den Flocken als auch bei der Flüssigkeit tun sich unzählige Möglichkeiten auf. Statt Flocken aus Hafer können Dinkel, Roggen, Reis oder Soja in der Frühstücksschale landen. Inspiration bringt ein Besuch im Reformhaus oder Bio-Supermarkt. Zarte Getreideflocken machen das Ergebnis eher cremig, während die kernigen Exemplare für etwas mehr Biss und Struktur sorgen. Wer ein intensiveres Aroma mag, kann die Flocken ohne Fett und Flüssigkeit kurz im Topf anrösten. Nuss-Liebhaber geben etwas gemahlene Nüsse oder einen Löffel Nussmus mit in den Topf.

Wer Zeit und Lust hat, kann die Milch aufpeppen. „Mixt man Mandelmilch mit Pistazien, erhält man eine grüne Milch, die im Porridge ein Hingucker ist“, erklärt Niehoff. „Man kann auch Milch, Datteln, Vanille und Kakao mixen und als Grundlage verwenden. Hat man etwas zu viel Kaffee gekocht, kann man auch den in den Haferbrei kippen.“ Wer es fruchtig mag, lässt die Milch im Kühlschrank stehen und greift zur Saftflasche. So fällt das Ergebnis etwas süßer aus.

Perfekt als Mahlzeit auf Arbeit

Apropos Süße: Für die sorgen Zucker, Honig oder Agavensirup. „Die Süße kommt stärker hervor, wenn man eine Prise Salz hinzugibt“, rät Häsler. Auch Obst – egal, ob Birne, Banane oder Beeren – bringt Süße. „Übrigens muss Porridge gar nicht immer eine süße Speise sein“, sagt Inga Pfannebecker. „Da Haferbrei an sich neutral schmeckt, kann man ihn gut herzhaft zubereiten, etwa mit angebratenem Gemüse, Avocado oder Spiegelei.“ Statt in Milch kann man die Haferflocken dann in etwas Gemüsebrühe kochen und mit Kräutern verfeinern.

Getoppt wird nach Lust und Laune – und Inhalt des Küchenschranks. Nussmus, Kakaosplitter, Früchte, Mandeln, Möhrenraspel, Gewürze runden Haferbrei ab. Eine Kombination, die Larissa Häsler mag, ist Bratapfel-Porridge. Kurz bevor der Brei fertig ist, raspelt sie einen Apfel hinein und gibt Zimt und gehackte Nüsse dazu. Was, wenn die Zeit morgens knapp ist? Inga Pfannebecker rät, eine größere Menge Haferbrei vorzukochen. Die könne man zwei bis drei Tage im Kühlschrank lagern und portionsweise in der Mikrowelle oder mit etwas Wasser im Topf aufwärmen.

Auch die kalte Variante kann eine Lösung sein. „Dafür vermengt man die Zutaten in einem Glas und lässt es über Nacht ziehen. Morgens kann man einen Apfel schneiden oder ein paar Beeren dazugeben – und fertig“, sagt Niehoff. Ist morgens gar keine Zeit, schnappt man sich das Glas und ist für die Frühstückspause auf der Arbeit bestens versorgt.

 

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Fotos: Larissa Häsler