Björn Casapietra im Interview

Björn Casapietra
Interview

Björn Casapietra im Interview

von: Tim Prahle
9. Mai 2019

Am 18. Mai kommt der Opernsänger und Schauspieler Björn Casapietra nach Burg Stargard. Unser Autor Tim Prahle hat sich mit ihm getroffen und über Feuer und Leidenschaft bei Auftritten gesprochen.

Eigentlich, ja eigentlich laufe der Kartenverkauf überall in Deutschland gut, in Burg Stargard allerdings noch nicht, sagt Björn Casapietra im Gespräch. Warum, könne er sich nicht erklären. Doch er sei zuversichtlich, dass bis zum 18. Mai noch ein paar Karten verkauft werden können. Björn Casapietra wurde einst durch die Fernsehserie „Unter uns“ bekannt und trat schon in der Philharmonie Berlin und der Frauenkirche Dresden auf. Ursprünglich sollte sein Konzert in der Burg Stargarder Johanniskirche bereits im Juni 2018 stattfinden. Doch der Veranstalter musste aus organisatorischen Gründen absagen – beziehungsweise auf Mai verschieben. Nun startet Björn Casapietra seinen zweiten Anlauf in Burg Stargard – und ist guter Dinge, die Kleinstadt dieses Mal erobern zu können.

Ihre Tour heißt „Hallelujah – die schönsten Himmelslieder“. Mit welchen Mitteln wollen Sie die religiösen und nachdenklichen Lieder und Gebete gleichzeitig unterhaltsam gestalten?

Ich liebe das, was ich tue, heiß und innig. Ich liebe es, die Menschen mit meinen Liedern, meiner Stimme und unserer Musik zu berühren. Und wenn ich sie vorher etwas unterhalten habe und zum Lachen gebracht habe, dann klappt das einfach viel besser. Jemand, der lacht, ist näher an der Gänsehaut dran. Ich mag Ironie, Satire und Polemik. Ein bisschen Augenzwinkern ist bei meinen Konzerten immer mit dabei.

Sie gelten als sehr leidenschaftlicher Sänger. Wie bereiten Sie sich auf ein Konzert vor?

Wir haben für dieses neue Programm ausgiebig geprobt. Ich trainiere selbstverständlich regelmäßig meine Stimme. Sänger sind Sportler und Stimmbänder sind Muskeln. Wichtig ist einzig, dass die Menschen mir das glauben, was ich singe. Dass es ehrlich, dass es authentisch rüberkommt. Ich erlebe regelmäßig, dass, nachdem ich das „Ave Maria“ von Schubert gesungen habe, manche Menschen mit Tränen in den Augen dasitzen. Das ist das größte Kompliment, was ich bekommen kann. Wenn ich die Menschen berühre durch meine Musik, durch meine Stimme, durch meine Art der Interpretation, dann ist das das Größte. Musik hat einen Auftrag. Und zwar den, diese Welt etwas besser zu machen. Wir leben in unruhigen Zeiten. Und exakt in diesen Zeiten sollten wir versuchen, durch Musik den Menschen Hoffnung, Liebe und Zuversicht zu vermitteln.

Welche Reaktionen des Publikums sind aus Ihrer Sicht typisch für Ihre Konzerte?

Wir geben zwischen 50 und 100 Konzerte im Jahr. Wir sind in den letzten Jahren in vielerlei Hinsicht viel sicherer und besser geworden. Ich möchte nicht angeben, aber keines unserer Konzerte endet ohne Standing Ovations und viele Zugaben. Ich liebe meinen Beruf und ich liebe mein Publikum und ich liebe es, die Menschen glücklich zu machen, sie zu überraschen, sie zu bewegen. Ich glaube, so etwas spürt ein Publikum. Dass da ein Sänger ist, der ganz und gar in seinem Element ist, wenn er für sie singen darf.

Was ist für Sie das besondere an Konzerten in kleineren Städten wie Burg Stargard? 

Es ist immer eine besondere Herausforderung, in einen Ort zu kommen, wo man noch nie war. Ich möchte ein Konzert singen, bei dem die Menschen das Gefühl haben, dass ich wirklich alles gebe. Alles, was ich habe. Ich möchte mein Publikum dort berühren, es zum Lachen bringen, es zum Weinen bringen, ihm Gänsehaut bescheren, es begeistern und überraschen. Ich will in Burg Stargard ein Konzert singen, das keiner mehr vergisst. Das ist mein Anspruch.

Werden Sie rund um Ihren Auftritt noch die Möglichkeit haben, sich ein wenig von Stadt und Region anzusehen?

Das mache ich grundsätzlich. Zwischen dem Soundcheck und dem Konzert ist meistens noch etwas Zeit. Man lernt Deutschland ziemlich gut kennen, wenn man so viel unterwegs ist wie wir. Ich nehme mir eigentlich immer die Zeit, um mir den Ort anzusehen, um ein Gefühl für die Atmosphäre des Ortes zu bekommen. Das hilft auch oft bei den Konzerten selbst. Ich möchte Burg Stargard erobern. Und ich möchte mein Publikum dort von ganzem Herzen und von ganzer Seele begeistern. Apropos Seele, ich will nicht nur für die Ohren singen, ich will tiefer rein in den Menschen. Wenn mein Publikum nach Hause geht und das Gefühl hat, dass die Sterne am Himmel etwas heller leuchten, dann habe ich meinen Job gut erledigt.

 

Björn Casapietra „Hallelujah – Die schönsten Himmelslieder“, 18. Mai 2019 in der Johanniskirche Burg Stargard, Beginn: 19 Uhr. Karten gibt es bei der Touristinfo Burg Stargard, dem Pfarramt oder bei den Nordkurier Servicepunkten im Friedrich-Engels-Ring 29 und der Turmstraße 13 in Neubrandenburg sowie telefonisch unter 08004575033 (kostenfrei).

Tim Prahle

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Text:

Tim Prahle
Fotos: Casapietra