Devid Striesow spricht über Dreharbeiten

Trockenübung: Alfons und sein Vater proben für den Ernstfall im Freibad.
Interview

Devid Striesow spricht über Dreharbeiten

von: Gerlinde Bauszus
12. April 2019

Was der Zuschauer nicht sieht: Die Dreharbeiten bei 40 Grad waren eine schweißtreibende Angelegenheit für die gesamte Filmcrew, wie Devid Striesow im Interview mit Gerlinde Bauszus verrät.

„Alfons Zitterbacke – Das Chaos kehrt zurück“ startet heute bundesweit in den Kinos. Wie würden Sie den Film persönlich ankündigen?

Gute Frage. Ich würde mal sagen, für die Kinder ist es die Geschichte eines Pechvogels, der trotz der Schwierigkeiten im Elternhaus, in der Schule und teilweise auch im Freundeskreis immer seinen Idealen, Träumen gehorcht, sie weiterentwickelt, nie daran zweifelt und am Ende natürlich - wie sollte es anders sein - auch der Gewinner ist. Es ist die rührend erzählte Geschichte eines Zehnjährigen, in der ganz viel Raumfahrt vorkommt. Sogar Alexander Gerst wird direkt aus der ISS zugeschaltet. Und es gibt viele bekannte Gesichter aus dem Kinderfernseh- und Filmbereich.

 

Die „Weltpremiere“ für den Kinderbuchklassiker war in Halle. Wie kam der Film beim Publikum an?

Die Kinder waren begeistert, haben applaudiert, gejubelt und fanden das alles ganz toll.

 

Wie gestalteten sich die Dreharbeiten?

Die liefen mitten im letzten Rekordsommer in Halle und Umgebung. Bei fast 40 Grad. Es war so heiß, dass ich vor den Dreharbeiten erst mal an den See gefahren bin. Gegen 11 Uhr war meist schon nicht mehr viel zu machen. Dann mussten die Kinder in klimatisierte Hotelräume. Tilman Döbler, der Alfons Zitterbacke spielt, hat das großartig gemeistert. Vor allem Großaufnahmen zu unterbrechen ist nicht ganz einfach, weil man sich voll in seine Rolle hineinbegibt. Das ist schon schwierig, wenn es dann heißt: „Alles anhalten – verharren - Schweiß abtupfen -  weitermachen - an exakt an der gleichen Stelle.“

 

Sie waren selbst noch ein Kind, als der „Zitterbacke“-Film von 1966 in die Kinos kam. Woran erinnern Sie sich?

In Vorbereitung unserer Dreharbeiten habe ich mir den Film nicht nochmal angeschaut. Aber ich erinnere mich an Günther Simon als Vater, der meine Rolle gespielt hat. Und ich erinnere mich an die Schwimmbad-Geschichte, als Zitterbacke vom Drei-Meter-Brett springen sollte. Diese und andere prägnante Szenen wie die Sache mit der Kosmonauten-Nahrung aus der Tube oder das Training der Schwerelosigkeit auf dem Kettenkarussell sind es, die „Zitterbacke“ ausmachen. Einiges haben wir auch übernommen. Das Spaghetti-Essen allerdings nicht. Man kann  ja nicht alles nochmal erzählen, dafür haben wir viele neue Szenen.

 

Welche Herausforderungen gab es im neuen Zitterbacke-Film für Sie persönlich?

Diese Frage ist vielleicht eher an Tilman zu stellen. Für mich ist jede Rolle eine Herausforderung. Als Vater von Alfons Zitterbacke war die Rolle für mich überschaubar, wenngleich dramaturgisch sehr wichtig. Und vor allem hat es mir es großen Spaß gemacht. Eine echte Herausforderung waren wirklich die Drehbedingen – dieser heiße Sommer letztes Jahr ...

 

Sie sind auf Rügen geboren und in Rostock aufgewachsen. Wie viel von Alfons Zitterbacke steckt in Ihnen als Kind? Waren Sie auch so pfiffig, erfindungsreich und abenteuerlustig?
Oh, das müssten Sie dann doch meine Lehrer fragen ...

 

Gab es Szenen, die Sie besonders mochten?
Für mich ist der Film als Ganzes in Erinnerung - und so habe ich das Drehbuch als Ganzes inhaliert.

 

Gerlinde Bauszus, Redakteurin beim Nordkurier-Magazin Zuhause.

Verfasser

Fotos: © X Verleih AG, Edith Held