Ausflugstipp
Fischland-Darß-Zingst: Auf einer Radtour die Region erkunden
Mecklenburg-Vorpommern • Lesedauer: 7 min

Die Tage werden wieder länger, und die Sehnsucht nach Aktivitäten im Freien wächst. Viele Menschen planen bereits jetzt, wie sie ihre Wochenenden oder Urlaubstage gestalten möchten. Ein beliebtes Ziel ist die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, was die beeindruckende Zahl von sechs Millionen Übernachtungen im Jahr 2024 belegt. Doch nicht nur der pudrig weiche Strand fasziniert die Besucher. Der urwüchsige Nationalpark „Vorpommersche Boddenlandschaft“ zieht Naturfreunde an, die ihn zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Mehrere Fahrradverleihfirmen auf Fischland-Darß-Zingst bieten auch E-Bikes an. Zusätzlich haben Betreiber auf der Halbinsel zahlreiche Ladestationen eingerichtet.
Vor allem Familien schätzen die ausgebauten Wege, die mit vielen unterschiedlichen Angeboten locken und jede Fahrradtour zu einem einzigartigen Erlebnis machen. Wer eine Tour plant oder sich informieren möchte, findet beim Tourismusverband eine Auswahl an verschiedenen Routen. Eine davon möchten wir Ihnen vorstellen.
Start über den Darß auf dem Deich
Die Tour beginnt direkt an der Küste auf dem Deich von Zingst nach Prerow. Knapp sechs Kilometer geht es bequem auf Asphalt, immer geradeaus. Das kann man gut auch mit ganz kleinen Kindern mal machen, die müssen wegen des meist regen Zweiradverkehrs nur aufs Rechtsfahrgebot achten und können sich ansonsten nach Herzenslust ausstrampeln. Doch Achtung! Weht eine steife Brise aus Nordwest, können selbst 5800 Meter sehr, sehr lang werden …

Etappe endet mit erfrischendem Bad
In Prerow bietet sich auf dem Spielplatz am Übergang zur Seebrücke eine Rast an. Wer jetzt schon genug vom Zweirad hat, kann einfach von Prerow aus mit dem Bus wieder zurückfahren. Cartoon-Liebhaber sollten vor der Weiterfahrt unbedingt einen Abstecher zum Karikaturenfestival „Cartoonair am Meer“ machen. Gut gestärkt geht’s dann in den imposanten Darßer Wald.
Kinder wie Erwachsene werden es lieben, mit dem Fahrrad eine Art Urwald zu durchqueren, denn ein Großteil des Waldes wird nicht von Menschen bewirtschaftet. Die Etappe endet mit einem erfrischenden Bad in der Ostsee am pittoresken Weststrand.

Kleinere könnten sich an dieser Stelle schon wieder auf den Rückweg machen, Familien mit größeren Kindern sollten sich dagegen eine größere Tour zutrauen. Die führt zunächst noch einige Kilometer durch den Darßwald, auf gut ausgebauten Waldwegen, immer Natur pur um sich herum, Farne, Moose, Vögel, Gräser. Bitte einmal kräftig einatmen und dann noch mal und dann noch mal …
Die ganz Ausdauernden radeln bis Ahrenshoop weiter, andere biegen in Richtung Saaler Bodden ab und kommen bald nach Born. Dort können die ganz Aufmerksamen nicht nur wunderschöne Reet-Häuser samt ihrer kunstvoll geschnitzten Darß-Türen bestaunen, sondern im Erlebnishof Gut Darß auch Minigolf spielen, sich im Kletterpark verlustieren oder einfach nur richtig gut satt essen.

Weiter geht’s nach Wieck. Wer möchte, kann einen kleinen Umweg nehmen und direkt am Boddstedter Bodden mitten durchs Schilf den Nationalpark Vorpommern hautnah erleben. In Wieck sollte ein Zwischenstopp in der „Darßer Arche“ eingeplant werden, dem örtlichen Nationalpark- und Gästezentrum. Neben einem kleinen Shop und einem Bio-Café gibt es hier die Möglichkeit, den Kleinen die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt der Region in einer Ausstellung näher zu bringen.
Eisschlecken im Zingster Hafen
Wieder zurück in Prerow: Wer jetzt noch wache Waden hat und die Familien-Fahrradtour in einem Wettrennen auf dem Deich enden lassen möchte, der nimmt den gleichen Weg zurück nach Zingst. Wer aber schon im wahrsten Sinne etwas gerädert ist, sollte am Prerower Hafen vom Sattel steigen und per Schiff weiterreisen.

Das hat zwei Vorteile: Zum einen kann man die vielfältige Flora und Fauna am Prerower Strom und im Barther Bodden für sich entdecken. Außerdem spart man Kraft, die man im Zingster Hafen beim Eisschlecken oder im nahegelegenen Freizeitcenter beim Bowling, Minigolf oder Tennis gut gebrauchen kann.
Auch für Trampelfaule gibt‘s nichts Besseres
Immer noch Zeit und Laune? Einmal quer durch Zingst geradelt und schon kann man mit Wissbegierigen im „Experimentarium“ die Regeln der Physik ausloten oder den Tag beim beschwingten Massentanzen am Zingster Kurhaus im Sonnenuntergang am Strand ausklingen lassen. Denn auch dahin kommt man am allerbesten mit dem Fahrrad.
Das Fazit für Familien-Fahrradtouren auf der Halbinsel Darß-Zingst: Es gibt nichts Besseres! Ausreichend Verleihstationen, Cafés, Toiletten, Strände und Restaurants säumen die Strecke. Die Teilstrecken sind übersichtlich und selbst für Trampelfaule gut zu schaffen. Die Wege sind gut ausgeschildert und ausgebaut, der Asphalt wechselt mit Waldboden.
Wege sind alle touristisch gut erschlossen
Wer keine Lust mehr hat, kann jederzeit abkürzen, den Bus nehmen oder aufs Schiff umsteigen. Die Natur ist so abwechslungsreich wie unberührt, von Ostseestrand, Düne, Wald, Moor, Feld, Deich bis hin zur geschützten Boddenlandschaft ist alles dabei. Und die Wege sind ausnahmslos touristisch gut erschlossen.
Und das größte Plus lässt sich gar nicht oft genug betonen: Wenn man keine Lust mehr aufs Fahrradfahren hat, wenn die Hitze zu groß wird oder wenn man einfach nur in die Weite schauen, den Möwen lauschen, den Sand spüren und die Meerluft riechen möchte, dann kann man fast jederzeit abbiegen und erreicht sofort das große Wasser.
Tour mit einem tollen Blick auf den Boden
Und es locken noch mehr Möglichkeiten: Etwa die Fischland-Tour, die mit einer Länge von 13 idyllischen Kilometern weder zu lang noch zu kurz ist. Sie führt einmal ums Fischland und bietet dabei einen tollen Blick über den Bodden. Entlang des Weges gibt es zahlreiche historische und kulturelle Orte sowie besondere Plätze zu entdecken. Die Tour startet im Ostseebad Wustrow, genauer gesagt am Hafen. Von dort führt eine befestigte Straße ins kleine Barnstorf. Anschließend geht es weiter über Niehagen bis nach Althagen.
Hier ein kurzer Exkurs in die Geschichte: Im 20. Jahrhundert machten einige bedeutende Künstler beide Ortschaften zu ihren inspirierenden Heimstätten. Der Bildhauer Gerhard Marcks und der Maler Fritz Koch-Gotha lebten und arbeiteten hier. Auch die Dichterin Käthe Miethe schrieb in dieser Gegend ihre Heimatgedichte. Wer nun eine kleine Pause einlegen möchte, um die neuen Informationen in Ruhe zu verarbeiten, findet am Hafen von Althagen einen idealen Ort dafür. Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst bietet nicht nur beeindruckende Natur und Kultur, sondern auch zahlreiche gemütliche Cafés und Restaurants, die zum Verweilen einladen.
Historischer Grenzweg eröffnet Panoramablick
Ausgeruht und gestärkt können anschließend die weiteren Kilometer der Tour über das Fischland-Darß-Zingst in Angriff genommen werden. Diese führen über den Hafenweg und die Bäderstraße bis zum historischen Grenzweg von Ahrenshoop, an dessen Ende sich schließlich ein prächtiger Panoramablick auf die Ostsee eröffnet. Und wer noch ein wenig Kraft in den Beinen verspürt, sollte einen kurzen Abstecher zum Bakelberg nicht außer Acht lassen.
Immerhin erhebt sich der 18 Meter hohe Gipfel als die höchste Erhebung der Halbinsel. Wer den Aufstieg wagt, wird mit einem fantastischen Ausblick belohnt. Von der Seebrücke Wustrow aus eröffnet sich außerdem ein herrlicher Blick auf das Fischländer Steilufer, das als eine weitere Etappe der Tour dient. Die Route endet schließlich am Fuße der Wustrower Kirche. Früher nutzten viele Seefahrer sie als Orientierungspunkt, während sie heute den Weg zurück zum Hafen weist.

Für Radtouristen gibt es verschiedene Hilfsmittel
Das Radwegenetz von Fischland-Darß-Zingst glänzt mit Dutzenden gut ausgebauten Wegen, die viel Abwechslung versprechen. Zur leichten Orientierung finden sich an jeder wichtigen Kreuzung Wegweiser, die die genauen Entfernungen zu den Orten anzeigen. Zusätzlich gibt es große Regionalkarten an den touristischen Hotspots. Das nimmt so manchen Urlaubern die Sorge, sich auf den weitläufigen Radstrecken zu verlaufen oder besser gesagt zu verfahren.
An der Grenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern
Und wer sorglos mit dem Rad unterwegs ist, kann am Ende die Schönheiten der Umgebung in vollen Zügen genießen. Im Herbst bietet die Natur ein besonderes Schauspiel: Zahlreiche Kraniche machen hier Halt. Von September bis November lassen sich bis zu 60.000 dieser beeindruckenden Vögel an den Boddengewässern beobachten.
Ein weiteres faszinierendes Schauspiel bietet die Hirschbrunft in der Dünenlandschaft am Darßer Ort. Die Halbinsel an der Ostsee hält zudem eine geografische Besonderheit bereit. Nach Angaben des in Barth lebenden Journalisten Frank Burger verläuft die Grenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern quer durch Ahrenshoop. Sein Buch „Fischland, Darß und Zingst für Klookschieter“ liefert solche spannenden Insider-Tipps. Ein Blick hinein lohnt sich.
Wer mehr zu den einzelnen Touren wissen möchte, sucht am besten den Draht zum Tourismusverband (Telefon 03821 - 889260, [email protected]) oder schaut einfach mal auf dieser Seite vorbei.
Auf Fischland-Darß-Zingst bieten mehrere Fahrradverleihfirmen auch E-Bikes an. Zusätzlich haben Betreiber auf der Halbinsel mehrere Ladestationen eingerichtet.
