Tipp
Romantischer Urlaub in MV: Die Wasserburg Liepen
Gielow • Lesedauer: 3 min

Die Wasserburg Liepen ist eingebettet in die atemberaubende Landschaft zwischen Mecklenburgischer Schweiz und Mecklenburgischer Seenplatte – östlich des Malchiner Sees und nördlich der Müritz. Wer vermutet hier mitten in Mecklenburg-Vorpommern schon eine Burg? Um so erstaunlicher und schöner ist ein Rundgang über die Insel. Das ist genau das Richtige für romantische Seelen.
Herrschaftssitz aus dem 14. Jahrhundert
Im Jahr 1337 wurde die Adelsfamilie Hahn, ihr Stammsitz war Basedow ganz in der Nähe, mit der Burganlage und dem Gut Liepen belehnt. Die Wasserburg wurde wahrscheinlich in dieser Zeit als Herrschaftssitz und Wehranlage errichtet. Dazu wurde ein großer sichelförmiger Teich durch einen bis zu 30 Metern breiten Graben ergänzt, so entstand die geschlossene Insel.
Im Norden und Westen soll diese Insel von einer Mauer geschützt gewesen sein. Überliefert sind mindestes ein Treppenturm an der Ostseite, das weist auf die Mehrgeschossigkeit der Burg hin. Westlich am Festland stand ein großes, bewohntes Torhaus. Vermutlich war der Burggraben außerhalb der Insel von einem Palisadenzaun und dichtem Dornengesrüpp umgeben.
Wenige überlebten Dreißigjährigen Krieg
Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648) verlor die Burg ihre Bedeutung als Wehranlage und verfiel. Nur wenige Einwohner Liepens hatten den Krieg überlebt. Im Jahr 1700 wurde ein Herrenhaus im Stil des ländlichen Barock auf den erhalten gebliebenen Kellergewölben gebaut.

Bis zur Enteignung im Jahr 1945 blieb das Haus im Besitz der Familie Hahn und wurde danach als Wohnhaus genutzt. Von 1996 bis 1998 wurde die Anlage dank seiner herausragenden Bedeutung als Baudenkmal umfassend saniert. Das heutige Erscheinungsbild der Wasserburg Liepen entspricht in etwa dem von 1700.
Wasserburg Liepen hat tollen Badesee
Die Wasserburg, eingebettet in den Burggraben und den kleinen, malerischen Park, ist heute ein besonderer Anziehungspunkt in der Mecklenburgischen Schweiz. Wer sie besucht, sollte unbedingt einen kleinen Ausflug – zum Beispiel mit dem Fahrrad – unternehmen. Liepen hat auch einen wunderschönen Badesee, liegt direkt am Wald und ist umgeben ist von interessanten Ausflugszielen wie dem bekannten Schloss Basedow.

Seit Juli 2015 besitzt die Familie Hahn die Wasserburg. Sie richtete dort unter anderem die „Hahnsche Gutsmanufaktur“ ein. Die Familie lebt auch privat dort. Im Hofladen gibt es den berühmten Bitterlikör „Alte Pomeranze“. Wer kennt heute noch Pomeranzen? Sie sind die Urform der Orangen. Noch vor gut 300 Jahren schmückte die damals beliebte Pflanze herrschaftliche Gärten und ihre Früchte zierten jede feine Tafel.
„Alte Pomeranze“ auf Wasserburg Liepen
Der pommersche Bitterlikör, die „Alte Pomeranze“, geht auf die jahrhundertealte Vorliebe für Pomeranzen der Familie der Grafen Hahn zurück, die die empfindlichen Pomeranzen über Generationen in der Orangerie des Schlosses Basedow züchtete. Die „Alte Pomeranze“ wird heute in der Wasserburg in traditioneller Weise hergestellt.
Hierbei wird größter Wert gelegt auf ausgesuchte und edle Zutaten und eine monatelange Reifung in massiven Fässern. Jeder Arbeitsschritt wird in liebevoller Handarbeit durchgeführt und unterliegt einer strengen Qualitätskontrolle, erzählt Gräfin Verena Hahn, die sich als Likörproduzentin darum kümmert. Der edle Tropfen kann im historischen Burgkeller verkostet werden (Infos unter 039957 298860).
Romantischer Park mit großem Garten
Die Wasserburg hat noch mehr zu bieten. Zum Beispiel den mittelalterlichen Gewölbekeller, in dem bis zu 100 Personen Platz finden. Zum Beispiel, um Hochzeit, Geburtstag oder Weinachten zu feiern.

Adresse: Wasserburg Liepen, Liepen 32, 17139 Liepen, Telefon 03 99 57 / 29 88 60, E-Mail: [email protected]. Weitere Informationen gibt es auf www.wasserburg-liepen.de, www.alte-pomeranze.de und www.mecklenburgische-seenplatte.de.
Die Wasserburg Liepen erreicht man mit dem Auto gut über die A19, Abfahrt Güstrow, weiter über die B 104 Richtung Teterow – Malchin.
