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Tipps für Touristen

Diese Sehenswürdigkeiten auf der Ostsee-Insel Rügen sollten Sie sich nicht entgehen lassen

Rügen Lesedauer: 4 min

Rügen hat alles, was Urlaub an der Ostsee ausmacht. Badestrände, majestätische Kreidefelsen samt Königsstuhl. Wälder, Naturparks, Bodden, Buchten. Und eine eigene Hauptstadt.
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An einem Tag ist die Insel Rügen in ihrer Fülle beileibe nicht zu packen. Das ist wie 24 Stunden in Berlin – zwei oder drei Sehenswürdigkeiten sind drin. Dann noch eine Tasse Kaffee. Mehr aber auch nicht. Denn Rügen ist ein Riese: Die größte deutsche Insel schlägt flächenmäßig sogar die Bundeshauptstadt, wenn auch nur um ein paar Quadratkilometer. Diese Insel hat mehr Ostseeküste als Schleswig-Holstein, ist doppelt so groß wie Usedom und zehnmal größer als die Nordseeinsel Sylt. Man kutscht also eine Weile rum, um vom einen Inselende zum anderen zu gelangen.

Stralsund ist das Tor zur Insel Rügen

Die alte Hansestadt Stralsund ist das Tor zu Rügen. Die noch recht junge Rügenbrücke, 2007 eröffnet, führt aus der Stralsunder City aufs Eiland. Sie soll den alten Rügendamm (Baujahr: 1937) entlasten, der dem modernen Reiseverkehr längst nicht mehr gewachsen war. Dennoch gibt es in der Hochsaison regelmäßig lähmenden Stau. Unser Tipp: Sehr früh oder spät zur Überfahrt ansetzen.

Blick auf den Stralsunder Hafen. Das Ozeaneum (weißes Gebäude) lädt zu faszinierenden Reisen in die Unterwasserwelt ein.
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Blick auf den Stralsunder Hafen. Das Ozeaneum (weißes Gebäude) lädt zu faszinierenden Reisen in die Unterwasserwelt ein. (Foto: Sina Ettmer – stock.adobe.com)

Wer die neue Brücke und Route wählt, ist vielleicht schneller am Ziel, verpasst aber womöglich den einen oder anderen schönen Zwischenstopp. Zum ersten Ort auf Rügen beispielsweise, ins Seebad Altefähr, kann auf der Hinfahrt nur vom Rügendamm abgebogen werden. Altefähr ist das jüngste Seebad der Insel (seit 2016), es liegt gegenüber von Stralsund am Ostseearm Strelasund.

Das ehemalige Fährdorf Altefähr liegt gegenüber von Stralsund, man hat Sichtkontakt. Eine Fähre gibt es heute immer noch. 15 Minuten dauert die Fahrt über den Ostseearm.
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Das ehemalige Fährdorf Altefähr liegt gegenüber von Stralsund, man hat Sichtkontakt. Eine Fähre gibt es heute immer noch. 15 Minuten dauert die Fahrt über den Ostseearm. (Foto: Ines Patro)

Das ehemalige Fährdorf hat mit der gotischen Kirche St. Nikolai, zwei Gutshäusern, der Strandpromenade und dem Hafen ein paar Sehenswürdigkeiten. Mehrere Restaurants, Cafés und ein Kletterpark laden zum Verweilen ein. Für den kleinen Hunger ist ein Fischbrötchen genau das richtige. Das Seebad hat übrigens einen eigenen Dorfladen „Dit & Dat“ und eine Zeitung, die alle zwei Monate erscheint.

Die Königin unter den Seebrücken

Auch auf der Insel Rügen zählen Seebrücken zu den Tourismus-Magneten. Die drei herrlichen Flaniermeilen ins Meer sind in den Ostseebädern Göhren, Binz und Sellin. Eine vierte Seebrücke, deutlich kleiner, führt in Sassnitz ins Meer. Die Selliner Seebrücke kann es mit Ahlbeck (Loriot-Brücke) aufnehmen und ist eine der schönsten an der Ostseeküste.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die erste 500 Meter lange Brücke gebaut, inklusive Restaurant am Brückenkopf – doch diese wie auch die Nachfolgerin wurden von Eis, Wind und Wasser zerstört. Die heutige Seebrücke misst knapp 400 Meter, sie wurde von 1992 bis 1998 nach historischem Vorbild errichtet. Am Brückenkopf ist eine Tauchgondel, die Abenteuerlustige hinab bis auf den Ostseeboden führt.

Kreidefelsen auf Rügen: Welterbe für alle Sinne

1818 malte Caspar David Friedrich eines seiner berühmtesten Werke: „Kreidefelsen auf Rügen“. Die Mischung aus Wald, Kreidefelsen und Ostsee hat den Maler begeistert. 200 Jahre später sind jährlich Zehntausende Besucher des Nationalparks Jasmund ähnlich fasziniert vom größten Buchenwald entlang der Ostseeküste, der zum Welterbe der Unesco gehört.

Der deutsche Maler Caspar David Friedrich widmete den Kreidefelsen auf Rügen eines seiner schönsten Bilder. Zehntausende Besucher machen sich jährlich selbst ein Bild im Nationalpark Jasmund.
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Der deutsche Maler Caspar David Friedrich widmete den Kreidefelsen auf Rügen eines seiner schönsten Bilder. Zehntausende Besucher machen sich jährlich selbst ein Bild im Nationalpark Jasmund. (Foto: TMV/Tiemann)

Der wohl berühmteste der Kreidefelsen ist der majestätische Königsstuhl, er thront sieben Kilometer nördlich von der Fährhafen-Stadt Sassnitz, mitten im Nationalpark, und er bringt es auf 120 Meter Höhe. Natürlich ist dieser Kreide-Berg der Publikumsliebling, etwa 300000 Besucherinnen und Besucher kommen pro Jahr zur königlichen Audienz, seit 2023 gibt es eine neue Aussichtsplattform, den Königsweg. Die Kosten für diesen Skywalk betrugen elf Millionen Euro.

Der Wald im Nationalpark Jasmund ist ein Tummelplatz für besondere Tiere und Pflanzen. Wie in einem kleinen Paradies sind hier Wanderfalke, Seeadler und Rotbauchunke anzutreffen. Pflanzenfreunde zeigen sich begeistert vom Frauenschuh, dem Riesenschachtelhalm oder Zwiebelzahnwurz. Bei Führungen durch Deutschlands kleinsten Nationalpark, Besuchen im Welterbeforum oder Kreidemuseum kommen alle Sinne auf ihre Kosten.

Störtebeker ist auf Rügen zu Hause

Die Ostsee hat einen großen Helden, um den sich zahlreiche Legenden ranken. Der Pirat Klaus Störtebeker soll im 14. Jahrhundert als Freibeuterkapitän auf der Nord- und Ostsee sein Unwesen getrieben haben. Heutzutage wird der trinkfeste Seeräuber auf der Insel Rügen wie ein Nationalheld gefeiert. Ihm zu Ehren finden seit 30 Jahren die Störtebeker-Festspiele auf der Naturbühne Ralswiek statt.

Wer im Sommer Urlaub auf der Insel Rügen macht, sollte sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Tausende Fans reisen seinetwegen Jahr für Jahr extra an: Der legendäre Seeräuber Klaus Störtebeker gehört zur Insel Rügen wie Kreidefelsen oder der Rasende Roland. Die Festspiele sind eine Institution.

Die Veranstaltung des landesweit größten Theater-Open-Airs in Ralswiek auf Rügen findet seit 1993 jeweils von Ende Juni bis Anfang September am Ufer des Großen Jasmunder Boddens.

Die Störtebeker Festspiele sind ein gewaltiges Spektakel mit über 150 Mitwirkenden, zwei Dutzend Pferden, etlichen (brennenden) Schiffen und weiteren Spezialeffekten.
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Die Störtebeker Festspiele sind ein gewaltiges Spektakel mit über 150 Mitwirkenden, zwei Dutzend Pferden, etlichen (brennenden) Schiffen und weiteren Spezialeffekten. (Foto: Störtebeker Festspiele GmbH & Co. KG)

Bergen ist Hauptstadt der Herzen

Vom Festspielort Ralswiek sind es nur acht Kilometer bis in die „Hauptstadt“ Bergen auf Rügen. Der Ort war von 1818 bis 2011 Kreisstadt vom Landkreis Rügen (zu DDR-Zeiten Kreis Bergen), seit der Kreisgebietsreform ist nun Stralsund Amtssitz des neuen Landkreises Vorpommern-Rügen. Doch davon lassen sich echte Rüganer nicht unterkriegen. Als „Inselhauptstadt der Herzen“ ist Bergen auch ohne offiziellen Titel besuchenswert. Nicht nur wegen der guten Einkaufsmöglichkeiten und dem Sitz des Amtes. Sehenswert sind die Sankt-Marien-Kirche, der Klosterhof und der Ernst-Moritz-Arndt-Turm, das Wahrzeichen der Stadt.